Schrift als Passion
Mein Hintergrund im Typedesign
- Weiterbildung Typografischer Gestalter 1996–1998
- Praktikum bei Schriften- und Logodesigner Bruno Maag in London 2003
- Gestaltung diverser Fun-, Display- und Pixelschriften, präsentiert auf artoftype.ch
- Bearbeitung von Schriften für K-Tipp und Blick
Schriften herstellen
Der Schriftenmarkt ist heute in einem seltsamen Zustand: Mit jedem verkauften Computer werden eine große Zahl qualitativ hoch stehender Schriften mitgeliefert. Tausende von Schriften unterschiedlichster Qualität werden gratis im Internet zum Herunterladen angeboten. Außerdem werden Schriftdateien oft illegal kopiert und weitergegeben. Und doch gibt es noch Leute, die vom Gestalten von Schriften leben können.
Eine hochwertige Textschriftdatei herzustellen erfordert großes Know-how und viel Aufwand:
Form
Ein ausgeprägtes Formgefühl und umfassendes Wissen über Lesegewohnheiten, optische Gesetze, Druckverfahren und Schriftgeschichte sind nötig, um eine formal «gute» Schrift zu gestalten.
Internationalität
Schon innerhalb des lateinischen Schriftraums reicht der Zeichensatz des Deutschen nicht aus. Von der Türkei bis Polen und Island werden eine Vielzahl von Sonderzeichen verwendet.
Kompatibilität
Damit die Schrift mit den gängigen Computer-Plattformen und Softwares läuft, muss sie technisch einwandfrei aufbereitet werden. Neue Technologien wie OpenType und Unicode stellen hohe Ansprüche an das EDV-technische Wissen der Schriftenhersteller.
Bildschirmtauglichkeit
Soll eine Schrift auch auf dem Bildschirm, in Office-Anwendungen, gut lesbar sein, ist ein aufwendiges Hinting nötig. Ein erfahrener Spezialist braucht für das Hinting eines Schriftschnittes etwa eine Woche.
Die eigene Hausschrift
Ein Weg, vom Gestalten von Schriften leben zu können, ist, Hausschriften für Unternehmen herzustellen. Auf den ersten Blick sieht es unsinnig aus, eine Schriftfamilie nur für die eigene Firma machen zu lassen, wo doch für ein paar Dollar die Frutiger heruntergeladen werden kann. Doch es gibt gute Argumente dafür:
Der Preis
Die Lizenzgebühren für Schriften vom Markt fallen für jeden einzelnen Arbeitsplatz an. Für ein Unternehmen mit mehreren Zehntausend Arbeitsplätzen kann es also schon rein rechnerisch billiger sein, eine eigene Schrift erstellen zu lassen, die auf beliebig vielen Stationen installiert werden kann.
Die Bildschirmtauglichkeit (siehe oben)
Sie ist bei den meisten Marktschriften mangelhaft. Da mit Schriften meistens wenig Geld verdient werden kann und der Hinting-Prozess sehr aufwendig ist, wird das wohl auch so bleiben. Eine Schrift, die sich in Word und Excel nicht angenehm liest, wird aber im Büro-Umfeld nicht akzeptiert.
Veränderungen
Wenn sich die Bedürfnisse des Unternehmens ändern, beispielsweise bei einer Expansion nach Osteuropa, kann die eigene Hausschrift problemlos angepasst und erweitert werden, ohne dass Copyright-Probleme entstehen.
Und:
Die eigene Hausschrift verleiht dem Unternehmen eine im Alltag sichtbare eigene Identität.